Wärmepumpe vs. Gasheizung: Der große Vergleich
Wärmepumpe oder Gasheizung? Wir vergleichen Anschaffungskosten, Betriebskosten, Förderung und Klimabilanz – damit Sie die richtige Heizungsentscheidung treffen.
Mit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) und der kommunalen Wärmeplanung steht Deutschlands Heizungsmarkt vor einem Umbruch. Seit 2024 müssen neue Heizungen in Neubaugebieten zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Für Bestandsgebäude gelten Übergangsfristen. Wir vergleichen die beiden wichtigsten Optionen: Wärmepumpe und Gasheizung.
Anschaffungskosten im Vergleich
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet inklusive Installation zwischen 15.000 und 30.000 €. Eine neue Gasbrennwertheizung liegt bei 8.000 bis 15.000 €. Der Preisunterschied relativiert sich jedoch erheblich durch die staatliche Förderung: Bis zu 70 % der Investitionskosten einer Wärmepumpe werden über die BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude) bezuschusst – bestehend aus Grundförderung, Geschwindigkeitsbonus und Einkommensbonus.
Betriebskosten: Wärmepumpe häufig günstiger
Eine Wärmepumpe erzeugt aus 1 kWh Strom typischerweise 3 bis 5 kWh Wärme (Jahresarbeitszahl). Bei einem Strompreis von 30 Cent/kWh kosten damit 10.000 kWh Heizwärme nur 600–1.000 €. Eine Gasheizung benötigt für die gleiche Wärmemenge etwa 10.500 kWh Gas (95 % Wirkungsgrad). Bei einem Gaspreis von 10 Cent/kWh sind das 1.050 € – plus steigende CO2-Abgabe, die Gas zunehmend verteuert.
- CO2-Abgabe auf Gas: 2024 = 45 €/t, Tendenz steigend – macht Gas jedes Jahr teurer
- Wärmepumpenstrom-Tarife: Spezielle günstige Tarife senken die Betriebskosten der Wärmepumpe zusätzlich
- Wartungskosten: Wärmepumpen haben weniger Verschleißteile, die Wartung ist günstiger als bei Gasheizungen
- Kombination mit PV-Anlage: Eigener Solarstrom senkt die Betriebskosten der Wärmepumpe drastisch
Für welche Gebäude eignet sich eine Wärmepumpe?
Wärmepumpen arbeiten am effizientesten bei niedrigen Vorlauftemperaturen (35–55 °C). Ideal sind Fußbodenheizungen, aber auch mit bestehenden Heizkörpern ist ein effizienter Betrieb möglich – oft reicht der Tausch weniger Heizkörper gegen größere Modelle. In gut gedämmten Gebäuden mit einem Heizwärmebedarf unter 100 kWh/m² ist die Wärmepumpe fast immer die wirtschaftlichste Lösung.
Warnung: Schlechte Dämmung macht die Wärmepumpe teuer
In schlecht gedämmten Altbauten mit hohen Vorlauftemperaturen (über 65 °C) sinkt die Effizienz der Wärmepumpe stark. In solchen Fällen sollten Sie vor dem Heizungstausch energetische Sanierungsmaßnahmen wie Dachdämmung, Fenstererneuerung oder Fassadendämmung prüfen – diese werden ebenfalls staatlich gefördert.
Förderung im Detail (Stand 2026)
- Grundförderung: 30 % der Investitionskosten für alle Eigentümer
- Geschwindigkeitsbonus: 20 % zusätzlich bei Austausch einer alten Öl- oder Gasheizung bis 2028
- Einkommensbonus: 30 % zusätzlich bei einem Haushaltseinkommen unter 40.000 € brutto
- Maximale Fördersumme: 70 % der förderfähigen Kosten, gedeckelt auf 30.000 € für die erste Wohneinheit
- Antragstellung über die KfW vor Beginn der Maßnahme
Tipp: Energieberater einschalten
Ein zertifizierter Energieberater kann die beste Heizungslösung für Ihr Gebäude berechnen und den Förderantrag unterstützen. Die Energieberatung selbst wird mit bis zu 80 % der Kosten gefördert (max. 1.300 € für Ein-/Zweifamilienhäuser). Listen Sie beim Berater alle geplanten Sanierungsmaßnahmen auf – ein Gesamtkonzept ist oft effizienter und förderfähiger.
Die Wärmepumpe ist für die meisten Gebäude die zukunftssichere Heizungslösung: niedrige Betriebskosten, hohe Förderung, keine fossile Abhängigkeit und klimafreundlich. Gasheizungen haben eine begrenzte Zukunft angesichts steigender CO2-Preise und des Ziels der Klimaneutralität 2045. Wer heute noch in eine reine Gasheizung investiert, sollte die langfristigen Kosten sehr genau kalkulieren.