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Energie||13 Min. Lesezeit

Wärmepumpe vs. Gasheizung: Der große Vergleich

Wärmepumpe oder Gasheizung? Wir vergleichen Anschaffungskosten, Betriebskosten, Förderung und Klimabilanz – damit Sie die richtige Heizungsentscheidung treffen.

WärmepumpeGasheizungHeizungstauschFörderungGEG

Mit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) und der kommunalen Wärmeplanung steht Deutschlands Heizungsmarkt vor einem Umbruch. Seit 2024 müssen neue Heizungen in Neubaugebieten zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Für Bestandsgebäude gelten Übergangsfristen. Wir vergleichen die beiden wichtigsten Optionen: Wärmepumpe und Gasheizung.

Anschaffungskosten im Vergleich

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet inklusive Installation zwischen 15.000 und 30.000 €. Eine neue Gasbrennwertheizung liegt bei 8.000 bis 15.000 €. Der Preisunterschied relativiert sich jedoch erheblich durch die staatliche Förderung: Bis zu 70 % der Investitionskosten einer Wärmepumpe werden über die BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude) bezuschusst – bestehend aus Grundförderung, Geschwindigkeitsbonus und Einkommensbonus.

Betriebskosten: Wärmepumpe häufig günstiger

Eine Wärmepumpe erzeugt aus 1 kWh Strom typischerweise 3 bis 5 kWh Wärme (Jahresarbeitszahl). Bei einem Strompreis von 30 Cent/kWh kosten damit 10.000 kWh Heizwärme nur 600–1.000 €. Eine Gasheizung benötigt für die gleiche Wärmemenge etwa 10.500 kWh Gas (95 % Wirkungsgrad). Bei einem Gaspreis von 10 Cent/kWh sind das 1.050 € – plus steigende CO2-Abgabe, die Gas zunehmend verteuert.

  • CO2-Abgabe auf Gas: 2024 = 45 €/t, Tendenz steigend – macht Gas jedes Jahr teurer
  • Wärmepumpenstrom-Tarife: Spezielle günstige Tarife senken die Betriebskosten der Wärmepumpe zusätzlich
  • Wartungskosten: Wärmepumpen haben weniger Verschleißteile, die Wartung ist günstiger als bei Gasheizungen
  • Kombination mit PV-Anlage: Eigener Solarstrom senkt die Betriebskosten der Wärmepumpe drastisch

Für welche Gebäude eignet sich eine Wärmepumpe?

Wärmepumpen arbeiten am effizientesten bei niedrigen Vorlauftemperaturen (35–55 °C). Ideal sind Fußbodenheizungen, aber auch mit bestehenden Heizkörpern ist ein effizienter Betrieb möglich – oft reicht der Tausch weniger Heizkörper gegen größere Modelle. In gut gedämmten Gebäuden mit einem Heizwärmebedarf unter 100 kWh/m² ist die Wärmepumpe fast immer die wirtschaftlichste Lösung.

Warnung: Schlechte Dämmung macht die Wärmepumpe teuer

In schlecht gedämmten Altbauten mit hohen Vorlauftemperaturen (über 65 °C) sinkt die Effizienz der Wärmepumpe stark. In solchen Fällen sollten Sie vor dem Heizungstausch energetische Sanierungsmaßnahmen wie Dachdämmung, Fenstererneuerung oder Fassadendämmung prüfen – diese werden ebenfalls staatlich gefördert.

Förderung im Detail (Stand 2026)

  • Grundförderung: 30 % der Investitionskosten für alle Eigentümer
  • Geschwindigkeitsbonus: 20 % zusätzlich bei Austausch einer alten Öl- oder Gasheizung bis 2028
  • Einkommensbonus: 30 % zusätzlich bei einem Haushaltseinkommen unter 40.000 € brutto
  • Maximale Fördersumme: 70 % der förderfähigen Kosten, gedeckelt auf 30.000 € für die erste Wohneinheit
  • Antragstellung über die KfW vor Beginn der Maßnahme

Tipp: Energieberater einschalten

Ein zertifizierter Energieberater kann die beste Heizungslösung für Ihr Gebäude berechnen und den Förderantrag unterstützen. Die Energieberatung selbst wird mit bis zu 80 % der Kosten gefördert (max. 1.300 € für Ein-/Zweifamilienhäuser). Listen Sie beim Berater alle geplanten Sanierungsmaßnahmen auf – ein Gesamtkonzept ist oft effizienter und förderfähiger.

Die Wärmepumpe ist für die meisten Gebäude die zukunftssichere Heizungslösung: niedrige Betriebskosten, hohe Förderung, keine fossile Abhängigkeit und klimafreundlich. Gasheizungen haben eine begrenzte Zukunft angesichts steigender CO2-Preise und des Ziels der Klimaneutralität 2045. Wer heute noch in eine reine Gasheizung investiert, sollte die langfristigen Kosten sehr genau kalkulieren.