Girokonto wechseln leicht gemacht: So klappt der Umzug
Girokonto wechseln ohne Stress: Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Kontowechsel mit gesetzlichem Kontowechselservice und Tipps für einen reibungslosen Übergang.
Viele Verbraucher scheuen den Wechsel ihres Girokontos, obwohl sie mit den Konditionen unzufrieden sind. Dabei ist der Kontowechsel seit 2016 gesetzlich geregelt und einfacher als je zuvor. Die alte und die neue Bank müssen beim Umzug aktiv unterstützen – innerhalb von 12 Geschäftstagen muss der Wechsel abgeschlossen sein.
Der gesetzliche Kontowechselservice
Das Zahlungskontengesetz (ZKG) verpflichtet alle Banken in Deutschland, einen kostenlosen Kontowechselservice anzubieten. Auf Ihren Antrag hin muss die alte Bank der neuen Bank innerhalb von 5 Geschäftstagen eine Liste aller Daueraufträge, Lastschriften und Gutschriften der letzten 13 Monate übermitteln. Die neue Bank richtet dann Daueraufträge ein und informiert Lastschriftgläubiger über die neue Bankverbindung.
Schritt-für-Schritt zum neuen Konto
- Neues Konto eröffnen und Kontowechselservice beauftragen
- Alte Bank übermittelt Zahlungspartner-Liste an neue Bank
- Neue Bank richtet Daueraufträge ein und informiert Zahlungspartner
- Übergangsfrist von 2–3 Monaten einplanen, in der beide Konten parallel laufen
- Altes Konto erst kündigen, wenn alle Zahlungsströme umgestellt sind
Achtung: Nicht alle Zahlungspartner werden automatisch informiert
Der Kontowechselservice erfasst nur regelmäßige Zahlungen der letzten 13 Monate. Einmalige oder seltene Zahlungspartner (z. B. Jahresbeiträge, Online-Shops) müssen Sie selbst über die neue IBAN informieren. Führen Sie eine eigene Liste aller Stellen, denen Sie Ihre Bankverbindung mitteilen müssen.
Worauf Sie beim neuen Konto achten sollten
Vergleichen Sie nicht nur die monatliche Kontoführungsgebühr, sondern auch Kosten für Überweisungen, Bargeldabhebungen, Kreditkarten und den Dispositionskredit. Manche Banken bieten kostenlose Konten nur bei regelmäßigem Gehaltseingang oder einem Mindestgeldeingang an. Prüfen Sie, ob diese Bedingungen für Sie dauerhaft erfüllbar sind.
Tipp: Dispozins vergleichen
Die Unterschiede beim Dispositionszins sind enorm – von unter 7 % bis über 14 % p. a. Selbst wenn Sie den Dispo selten nutzen, kann ein niedriger Dispozins im Ernstfall viel Geld sparen. Achten Sie auch auf den Überziehungszins, der oft nochmals höher liegt.
Basiskonto: Das Recht auf ein Girokonto
Seit 2016 hat jeder Verbraucher in Deutschland – unabhängig von Einkommen, Wohnsitz oder Aufenthaltsstatus – ein Recht auf ein Basiskonto. Dieses muss grundlegende Zahlungsfunktionen bieten: Überweisungen, Lastschriften, Kartenzahlungen und Bargeldabhebungen. Wird ein Antrag abgelehnt, können Sie sich an die BaFin wenden.
Der Wechsel des Girokontos ist einfacher als gedacht und kann bei ungünstigen Konditionen jährlich hunderte Euro sparen. Nutzen Sie den gesetzlichen Kontowechselservice und planen Sie eine Übergangsphase mit Parallelkonto ein – so geht nichts schief.