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Versicherungen||11 Min. Lesezeit

Unnötige Versicherungen: Welche Policen Sie sofort kündigen können

Unnötige Versicherungen erkennen und kündigen: Welche Policen Geldverschwendung sind, welche wirklich wichtig sind – der unabhängige Versicherungs-Check.

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Zuletzt aktualisiert: 2026-05-02

Deutsche zahlen im Schnitt über 2.400 Euro pro Jahr für Versicherungen – viele davon unnötig oder doppelt. Versicherungsvertreter verdienen an jedem Abschluss, weshalb sie selten zur Kündigung raten. Dieser unabhängige Ratgeber zeigt, welche Versicherungen Sie wirklich brauchen – und welche Sie sofort kündigen können, um hunderte Euro pro Jahr zu sparen.

Diese Versicherungen brauchen Sie NICHT

  • Handyversicherung: Hohe Selbstbeteiligung, viele Ausschlüsse, teurer als Reparatur (Spar-Potenzial: 5-15 Euro/Monat)
  • Glasversicherung: Lohnt sich fast nie – Glasschäden sind selten und die Prämie über die Jahre übersteigt die Reparaturkosten
  • Reisegepäckversicherung: Zu viele Ausschlüsse, Airline haftet ohnehin nach Montrealer Abkommen
  • Sterbegeldversicherung: Rendite nahe null – Sparbuch oder ETF-Sparplan sind sinnvoller
  • Restschuldversicherung: Extrem teuer im Verhältnis zur Leistung, oft beim Kredit 'aufgeschwatzt'
  • Insassenunfallversicherung: Wird durch Kfz-Haftpflicht und private Unfallversicherung abgedeckt
  • Brillenversicherung: Kosten übersteigen fast immer den möglichen Leistungsfall
  • Garantieverlängerung für Elektrogeräte: Statistisch unwirtschaftlich für den Verbraucher

Diese Versicherungen sind unverzichtbar

  • Private Haftpflichtversicherung: Schützt bei Schadensfällen in Millionenhöhe (ab 30 Euro/Jahr)
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Existenzschutz bei Verlust der Arbeitsfähigkeit
  • Krankenversicherung: Gesetzliche Pflicht in Deutschland
  • Kfz-Haftpflicht: Gesetzliche Pflicht für Fahrzeughalter
  • Auslandskrankenversicherung: 10-20 Euro/Jahr für weltweiten Schutz
  • Wohngebäudeversicherung: Für Eigentümer unverzichtbar (Feuer, Sturm, Leitungswasser)

Restschuldversicherung: Die überflüssigste Versicherung

Restschuldversicherungen werden bei Kreditabschlüssen massiv beworben – sie verteuern den Kredit aber um 10-20 %. Laut Stiftung Warentest ist jede zweite Restschuldversicherung ihr Geld nicht wert. Seit 2022 gilt eine 7-tägige Wartefrist: Der Kredit muss erst ausgezahlt werden, bevor die Versicherung abgeschlossen werden darf. Lehnen Sie das Angebot bei der Kreditvergabe immer ab.

Versicherungen, die situativ sinnvoll sind

  • Rechtsschutzversicherung: Sinnvoll bei hohem Streitrisiko (Mieter, Arbeitnehmer)
  • Zahnzusatzversicherung: Sinnvoll bei erwartbarem Zahnersatzbedarf
  • Hausratversicherung: Sinnvoll bei wertvollem Hausrat oder Hochwassergebiet
  • Unfallversicherung: Sinnvoll für Selbstständige (kein gesetzlicher Unfallschutz)
  • Pflegezusatzversicherung: Sinnvoll ab 50 Jahren oder bei Pflegefällen in der Familie
  • Risikolebensversicherung: Sinnvoll für Familien mit einem Hauptverdiener

So viel können Sie sparen

Ein durchschnittlicher Haushalt kann durch Kündigung unnötiger Versicherungen und Optimierung bestehender Verträge 300-800 Euro pro Jahr sparen. Überprüfen Sie jährlich: Welche Versicherungen haben Sie? Sind die Deckungssummen noch passend? Gibt es günstigere Anbieter? Haben sich Lebensumstände geändert (Kinder ausgezogen, Auto verkauft)?

Jährlicher Versicherungs-Check

Nehmen Sie sich einmal jährlich 2 Stunden Zeit für einen Versicherungs-Check: Listen Sie alle Policen mit Jahresprämie auf. Fragen Sie sich bei jeder: Welches Risiko wird abgedeckt? Kann ich dieses Risiko selbst tragen? Gibt es günstigere Alternativen? Die Verbraucherzentralen bieten kostengünstige Versicherungsberatung ohne Verkaufsinteresse.