Unnötige Versicherungen: Welche Policen Sie sofort kündigen können
Unnötige Versicherungen erkennen und kündigen: Welche Policen Geldverschwendung sind, welche wirklich wichtig sind – der unabhängige Versicherungs-Check.
Zuletzt aktualisiert: 2026-05-02
Deutsche zahlen im Schnitt über 2.400 Euro pro Jahr für Versicherungen – viele davon unnötig oder doppelt. Versicherungsvertreter verdienen an jedem Abschluss, weshalb sie selten zur Kündigung raten. Dieser unabhängige Ratgeber zeigt, welche Versicherungen Sie wirklich brauchen – und welche Sie sofort kündigen können, um hunderte Euro pro Jahr zu sparen.
Diese Versicherungen brauchen Sie NICHT
- Handyversicherung: Hohe Selbstbeteiligung, viele Ausschlüsse, teurer als Reparatur (Spar-Potenzial: 5-15 Euro/Monat)
- Glasversicherung: Lohnt sich fast nie – Glasschäden sind selten und die Prämie über die Jahre übersteigt die Reparaturkosten
- Reisegepäckversicherung: Zu viele Ausschlüsse, Airline haftet ohnehin nach Montrealer Abkommen
- Sterbegeldversicherung: Rendite nahe null – Sparbuch oder ETF-Sparplan sind sinnvoller
- Restschuldversicherung: Extrem teuer im Verhältnis zur Leistung, oft beim Kredit 'aufgeschwatzt'
- Insassenunfallversicherung: Wird durch Kfz-Haftpflicht und private Unfallversicherung abgedeckt
- Brillenversicherung: Kosten übersteigen fast immer den möglichen Leistungsfall
- Garantieverlängerung für Elektrogeräte: Statistisch unwirtschaftlich für den Verbraucher
Diese Versicherungen sind unverzichtbar
- Private Haftpflichtversicherung: Schützt bei Schadensfällen in Millionenhöhe (ab 30 Euro/Jahr)
- Berufsunfähigkeitsversicherung: Existenzschutz bei Verlust der Arbeitsfähigkeit
- Krankenversicherung: Gesetzliche Pflicht in Deutschland
- Kfz-Haftpflicht: Gesetzliche Pflicht für Fahrzeughalter
- Auslandskrankenversicherung: 10-20 Euro/Jahr für weltweiten Schutz
- Wohngebäudeversicherung: Für Eigentümer unverzichtbar (Feuer, Sturm, Leitungswasser)
Restschuldversicherung: Die überflüssigste Versicherung
Restschuldversicherungen werden bei Kreditabschlüssen massiv beworben – sie verteuern den Kredit aber um 10-20 %. Laut Stiftung Warentest ist jede zweite Restschuldversicherung ihr Geld nicht wert. Seit 2022 gilt eine 7-tägige Wartefrist: Der Kredit muss erst ausgezahlt werden, bevor die Versicherung abgeschlossen werden darf. Lehnen Sie das Angebot bei der Kreditvergabe immer ab.
Versicherungen, die situativ sinnvoll sind
- Rechtsschutzversicherung: Sinnvoll bei hohem Streitrisiko (Mieter, Arbeitnehmer)
- Zahnzusatzversicherung: Sinnvoll bei erwartbarem Zahnersatzbedarf
- Hausratversicherung: Sinnvoll bei wertvollem Hausrat oder Hochwassergebiet
- Unfallversicherung: Sinnvoll für Selbstständige (kein gesetzlicher Unfallschutz)
- Pflegezusatzversicherung: Sinnvoll ab 50 Jahren oder bei Pflegefällen in der Familie
- Risikolebensversicherung: Sinnvoll für Familien mit einem Hauptverdiener
So viel können Sie sparen
Ein durchschnittlicher Haushalt kann durch Kündigung unnötiger Versicherungen und Optimierung bestehender Verträge 300-800 Euro pro Jahr sparen. Überprüfen Sie jährlich: Welche Versicherungen haben Sie? Sind die Deckungssummen noch passend? Gibt es günstigere Anbieter? Haben sich Lebensumstände geändert (Kinder ausgezogen, Auto verkauft)?
Jährlicher Versicherungs-Check
Nehmen Sie sich einmal jährlich 2 Stunden Zeit für einen Versicherungs-Check: Listen Sie alle Policen mit Jahresprämie auf. Fragen Sie sich bei jeder: Welches Risiko wird abgedeckt? Kann ich dieses Risiko selbst tragen? Gibt es günstigere Alternativen? Die Verbraucherzentralen bieten kostengünstige Versicherungsberatung ohne Verkaufsinteresse.