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Identitätsdiebstahl im Internet: Prävention und Soforthilfe

Identitätsdiebstahl erkennen und verhindern: Was Kriminelle mit gestohlenen Daten machen, wie Sie sich schützen und was im Ernstfall sofort zu tun ist.

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Zuletzt aktualisiert: 2026-05-07

Identitätsdiebstahl ist eines der am schnellsten wachsenden Verbrechen in Deutschland: Über 100.000 Fälle werden jährlich gemeldet – die Dunkelziffer liegt deutlich höher. Kriminelle nutzen gestohlene persönliche Daten, um in fremdem Namen einzukaufen, Kredite aufzunehmen oder Straftaten zu begehen. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie sich schützen und im Ernstfall richtig reagieren.

Was Kriminelle mit Ihren Daten machen

  • Online-Shopping: Bestellungen auf Ihren Namen mit abweichender Lieferadresse
  • Kreditbetrug: Kredite oder Handyverträge in Ihrem Namen abschließen
  • Kontenmissbrauch: Zugang zu bestehenden Bank- oder E-Mail-Konten
  • Behördenbetrug: Falsche Sozialleistungsanträge unter Ihrer Identität
  • Rufschädigung: Fake-Profile in sozialen Medien, beleidigende Posts in Ihrem Namen
  • Erpressung: Drohung, private Daten zu veröffentlichen
  • Weiterverkauf: Ihre Daten werden im Darknet an andere Kriminelle verkauft

Warnsignale für Identitätsdiebstahl

  • Rechnungen oder Mahnungen für Bestellungen, die Sie nicht getätigt haben
  • Briefe von Inkassounternehmen wegen unbekannter Forderungen
  • Unbekannte Kontoabbuchungen oder Kreditkartenbelastungen
  • Ablehnende Schufa-Auskunft bei Vertragsanfragen (wegen negativer Einträge)
  • Login-Probleme bei bestehenden Accounts (Passwort geändert)
  • Benachrichtigungen über Anmeldungen aus unbekannten Geräten/Standorten
  • Post an Ihre Adresse mit fremden Namen (Betrüger nutzt Ihre Adresse)

Sofortmaßnahmen bei Identitätsdiebstahl

Bei Verdacht auf Identitätsdiebstahl handeln Sie SOFORT: 1. Passwörter aller wichtigen Accounts ändern. 2. Bank informieren und ggf. Konten/Karten sperren. 3. Anzeige bei der Polizei erstatten (Aktenzeichen für weitere Schritte wichtig). 4. Schufa-Betrugsopfer-Vermerk setzen lassen. 5. Betroffene Unternehmen informieren. Jede Stunde Verzögerung kann den Schaden vergrößern.

Präventionsmaßnahmen

  • Einzigartige, starke Passwörter für jeden Dienst (Passwort-Manager nutzen)
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) überall aktivieren – idealerweise per App, nicht SMS
  • Regelmäßig Schufa-Selbstauskunft prüfen (einmal jährlich kostenlos nach Art. 15 DSGVO)
  • Sparsam mit persönlichen Daten umgehen (Social Media, Gewinnspiele, Newsletter)
  • Ausweiskopien nie ungeschwärzt versenden – immer Zweck und Datum auf die Kopie schreiben
  • Briefe mit persönlichen Daten schreddern statt in den Papiermüll
  • Bei Datenlecks sofort handeln: HaveIBeenPwned.com prüfen und Passwörter ändern

Schufa-Betrugsopfer-Vermerk

Bei der Schufa können Sie kostenlos einen 'Einmeldung Identitätsbetrug'-Vermerk setzen lassen. Dieser warnt Unternehmen bei Bonitätsabfragen, dass Ihre Identität möglicherweise missbraucht wird. Unternehmen sollten dann zusätzliche Identifikationsmaßnahmen ergreifen, bevor sie Verträge abschließen. Beantragen Sie den Vermerk schriftlich bei der Schufa unter Beifügung der Polizeianzeige.

Jährlicher Sicherheits-Check

Führen Sie jährlich einen Sicherheits-Check durch: Kostenlose Schufa-Auskunft anfordern (meineschufa.de), Passwörter aktualisieren, haveibeenpwned.com für Ihre E-Mail-Adressen prüfen, 2FA-Status aller wichtigen Accounts überprüfen. 30 Minuten Aufwand pro Jahr können Sie vor zehntausenden Euro Schaden bewahren.